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Woran erkenne ich, dass mein Kind musikalisch ist?




"Was  ist Musikalität? Ist Musikalität eine Art Charaktereigenschaft oder Persönlichkeitsmerkmal wie etwa Intelligenz, Humor, Ernst, Geiz oder Großzügigkeit?

Ist Musikalität eine unveränderliche Größe, die im Laufe des Lebens konstant bleibt oder verändert sie sich? Wenn ja, unter welchen Bedingungen, in welcher Weise und in welchem Ausmaß?

Musikalische Begabung

In der musikpädagogischen Forschung wird der Begabungsbegriff im wissenschaftlichen Sinne nicht selten als unbrauchbar bezeichnet. Die Alltagssprache unterscheidet lediglich zwischen begabt und unbegabt.

Dennoch sind Begriffe wie "Musikalität" oder "musikalisches Talent" aus der Alltagssprache nicht wegzudenken. Daher unterscheiden einige Forscher zwischen einer allgemeinen Musikalität und einer hohen "musikalischen Begabung".

Dass Musik eine starke Wirkung auf Körper und Psyche hat, haben zumindest Musikliebhaber schon immer angenommen. Die Neurowissenschaft hat diese Vermutung nun auf breiter Front bestätigt. Eine neue Studie konnte zudem nachweisen, dass das Gehirn auf Musik automatisch reagiert. Dies lässt den Schluss zu, dass es im Hirn angeborene Strukturen für die Bearbeitung von Musik gibt.

So konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass musikalischer Hörgenuss mit einer Reihe von Emotionen verbunden ist. Dies hat auch seine Entsprechung in körperlicher Hinsicht:
Die Reaktionen reichen von einfachen physiologischen Effekten (Änderung des Blutdrucks, des Hautwiderstandes oder der Atemrate) bis zu körperlichen Anzeichen auf "höherer" Stufe (Tränenbildung, Zittern sowie der sprichwörtliche "Frosch im Hals").

Musikalische Entwicklung

An das Problem der musikalischen Begabung schließt sich unmittelbar die Frage nach der musikalischen Entwicklung an. Wie entwickeln sich musikalische Fähigkeiten? Auch hier gibt es bislang keine eindeutige und vollständig zufriedenstellende Antwort. Musikalische Entwicklung hängt von vielen variablen Faktoren ab: vom Musikbegriff, vom Entwicklungsbegriff, von musikalischen Fähigkeiten und vielem mehr. Musikalische Entwicklungen in unserem Sinne stehen im Bezug zum Lebensalter. Gemeint sind Veränderungen der musikalischen Fähigkeiten.

JEDES KIND IST MUSIKALISCH

Jeder Mensch, der in der Lage ist, Gehörtes zu imitieren, weist Grundmerkmale von Musikalität auf. Mithin ist jeder, der sprechen kann auch musikalisch. Das Imitieren von Sprache impliziert die Fähigkeit , das Gehörte zu erkennen und es zu verbalisieren (singend zu gestalten = Frequenzmodulation). Dies sind z. B. die Grundlagen für das Singen. In welcher Qualität das dem Einzelnen möglich ist, hängt ab von der Summe der Erfahrungen und von der Übung.

WARUM IST ES SO WICHTIG SO FRÜH WIE MÖGLICH KINDER INTENSIV MIT MUSIK UND MUSIZIEREN IN BERÜHRUNG ZU BRINGEN?

Die neueren Forschungen über Babys geben darauf Antworten. Es hat sich herausgestellt, dass die Fähigkeiten, die es uns ermöglichen, etwas über die Welt und uns selbst zu lernen, ihren Ursprung im Säuglingsalter haben. Babys und Kinder verfügen über hoch leistungsfähige Lern-mechanismen. Stellen wir uns das Gehirn von Babys als ganz besondere „biologische Computer“ vor. Schon die allerkleinsten Babys verfügen über leistungsfähige Programme zum Verstehen der Welt.

So wissen Babys bei der Geburt bereits mehr über Sprachen, als wir glauben. Sie verfügen in ihrem „Biocomputer“ über eine universelle Software zum Erlernen jeder beliebigen Sprache. Sie haben damit die Voraussetzung, alle Unterschiede der Lautbildung zu imitieren, die in sämtlichen Sprachen der Welt gemacht werden. Babys sind in diesem Sinne „Weltbürger“.
Babys lernen durch Imitation. Die Imitation bringt sie dazu, sich auf neue genetisch nicht festgelegte Weise zu verhalten, und zwar tatsächlich so, wie die Erwachsenen ringsum.

Zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat fangen die Babys an, die Laute ihrer Sprache nach Art der Erwachsenen zu ordnen. Jetzt entscheidet sich, ob das Baby Deutsch, Japanisch, Englisch, Französisch oder Chinesisch als Muttersprache entwickeln wird.

Mit ungefähr sieben oder acht Monaten fangen die Babys an zu „babbeln“. Sie beginnen Silbenreihungen von sich zu geben, die aus Konsonanten und Vokalen bestehen, dadadada oder babababa. Babys aus allen Kulturen „babbeln“ zunächst auf identische Weise. Wenn Babys erst den Meilenstein des Babbelns erreicht haben, ist die universale Phase der Sprachproduktion zu Ende.
Im Alter von ungefähr einem Jahr wenden sie sich von den Lauten ab und den Wörtern zu. Das lässt darauf schließen, das es sogenannte „Zeitfenster“ gibt, die innerhalb eng abgesteckter Zeiträume geöffnet sind, um neue Erfahrungen und neues Wissen hereinzulassen. Ist die Zeit abgelaufen, schlägt das Fenster zu, und die angebotenen Informationen können nicht mehr in der ursprünglich möglichen Qualität verarbeitet werden. Wir wissen, dass es den meisten Menschen viel schwerer fällt, im späteren Alter eine zweite Sprache zu lernen als in der Kindheit.

Aus den vorgenannten Gründen ist es sinnvoll und wichtig, Babys bereits vor dem sechsten Lebensmonat mit Musik auf vielfältige Weise in Berührung zu bringen. Das Hören von musikalischen Lauten und Klängen, das „singende Nachbabbeln“ der Lieder, führt zur intensiven Vernetzung der Gehirnzellen. Die universelle Software im „Biocomputer“ der Babys zum Erlernen jeder beliebigen Sprache erkennt die Musik wie eine Sprache und schafft Voraussetzungen dafür, je nachdem wie intensiv die Beschäftigung mit der Musik gestaltet wird, dass Musik als zweite „Muttersprache“ erkannt und erworben wird. Intensive Beschäftigung mit der Musik und insbesondere das Instrumentalspiel ist in mehrfacher Hinsicht für die Entwicklung jedes Menschen von Vorteil.

Achten Sie darauf, wie Ihr Kind auf das Hören von Musik reagiert. Lächelt es, hört es fasziniert zu, bewegt es sich zu der Musik, versucht es mitzusingen, versucht es den Rhythmus mitzuklopfen, zu imitieren.  Jedes dieser Merkmale für sich ist bereits ein deutlicher Hinweis auf musikalisches Reagieren.
Die Reaktionen fallen je nach Alterstufe unterschiedlich deutlich aus und sind auch abhängig von der Art der Musik, die zu Hause gehört wird.
Wir können Kinder in Sinne des Wortes musikalisch begaben, wenn wir ihnen zeitgerecht die richtigen Angebote machen.

Was können Sie tun, um ihr Kind musikalisch zu fördern?

  1. Besuchen Sie zusammen mit Ihrem Kind Kurse für musikalische Frühförderung ab dem 4. Lebensmonat – z. B."Robbie" in der YAMAHA Academy Of Music

  2. Informieren Sie sich, ob die Musikschule oder die Musikpädagogen über ein durchgängiges Angebot zur Musikalisierung (aufeinander abgestimmte und aufbauende Kurse) und spezielle Qualifikationen zum Arbeiten mit kleinen Kindern und Jugendlichen verfügen, die auf die „Entwicklungszeitfenster“ sinnvoll und musikalisierend zielgerichtet einzugehen vermögen.

  3. Überzeugen Sie sich durch einen Besuch der Musikschule und persönliche Gespräche mit den Personen vor Ort, welche Atmosphäre, welche Ausstattung und welche Kompetenz die Einrichtung ausstrahlen. Ist die Einrichtung ein Ort, wo man sich auf Kinder freut, wo alles auch kindgerecht gestaltet ist? Die räumliche Umgebung ist äußerst wichtig für den Lernerfolg und den Erhalt der Motivation.

  4. Sie müssen Ihrem Kind das Gefühl vermitteln, dass Musizieren eine Familienangelegenheit ist. Bestätigen Sie es bei kleinsten Erfolgen, zeigen Sie Ihre Freude darüber, freuen Sie sich gemeinsam. Nehmen Sie sich täglich Zeit, mit Ihrem  Kind zu singen, zu spielen, zu tanzen und zu basteln. Binden Sie das Musikhören und –erleben in solche Tätigkeiten ein.

  5. Suchen Sie regelmäßig das Gespräch mit den Musikpädagogen über die Entwicklung Ihres Kindes. Achten Sie darauf, ob die Musikschule regelmäßige Elterngespräche als Bestandteil ihrer Arbeit sieht oder nicht.

  6. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind seine musikalischen Wünsche und Vorlieben in den Mittelpunkt der Ausbildung stellen kann. Es ist nicht so entscheidend, was die Musikpädagogen für wichtig halten; entscheidender für den Erhalt einer dauerhaften Lernmotivation sind die Wünsche und Ziele Ihres Kindes. Werden diese nicht ausreichend respektiert, sind Misserfolge und Abbruch der musikalischen Ausbildung vorprogrammiert.

Die YAMAHA Acadmey Of Music Hamburg verfügt über alle notwendigen Programme und gut ausgebildete Lehrkräfte, um Kinder ab dem vierten Lebensmonat gezielt zu „musikalisieren“. Nahtlos anschließende Unterrichtskonzepte und Methoden, die perfekt auf die altersgerechte und kindgemäße Vermittlung abgestimmt sind, ermöglichen es, die jeweils geöffneten „Entwicklungs-Zeitfenster“ der Kinder optimal zu nutzen. Jugendliche und Erwachsene können ihre musikalischen Wünsche in allen musikalischen Genres, von „Barock bis Rock“ auf unterschiedlichsten Instrumenten verwirklichen. Wir sind seit Jahrzehnten spezialisiert auf das Lernen mit Spaß  - individuell oder in der Gruppe.

Prof. Asmus J. Hintz
Direktor YAMAHA Academy Of Music Hamburg

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